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Innovatives Barrierepapier: Von der Idee zur Verpackung

Am Anfang einer Innovation steht oft eine einfache Frage. Zum Beispiel: Kann man Schokolade in Papier verpacken? Was dann bei Koehler folgt, ist ein ­Prozess, der weit über eine reine Produktentwicklung hinausgeht. Die Entwicklung von Koehler NexPlus® Advanced zeigt, warum Innovation bei Koehler als System gedacht wird.

Wer im Supermarkt Schokolade aus dem Regal nimmt, denkt selten über ihre Verpackung nach. Dabei muss die eine ganze Menge leisten: Sie soll Sauerstoff und Mineralöl fernhalten und fettdicht sein. Außerdem muss sie sich gut verarbeiten lassen. Und: Wäre es nicht schön, wenn sie nicht nur recyclingfähig wäre, sondern auch wirklich recycelt wird?

„Wir wollten ein Papier für Verpackungen entwickeln, das wirtschaftlich mit Kunststoff konkurrieren kann“, erklärt Aljoscha Föll, Leiter Innovationsmanagement bei Koehler. „Es sollte mehrere Funktionalitäten in einer Schicht vereinen.“

Know-how bei Beschichtungen

Die Idee für das, was Koehler heute als Koehler NexPlus® Advanced im Programm hat, entstand also nicht zufällig. Sie war vielmehr das Ergebnis einer strategischen Entscheidung: „Wir haben unser Know-how und unsere technischen Möglichkeiten überprüft und dann entschieden, flexible Verpackungspapiere als Wachstumsfeld auszubauen“, erklärt Föll.

Innovationen spielen bei Koehler als Hersteller von Spezialpapier seit jeher eine große Rolle. Das Unternehmen hat über Generationen ein unvergleichliches Know-how angesammelt, unter anderem wenn es um Papier mit funktionalen Beschichtungen geht. Auf dieses Wissen konnte Koehler bei der Entwicklung der flexiblen Verpackungspapiere zurückgreifen.

Die konkrete Entwicklung von Koehler NexPlus® Advanced als Verpackung für Schokolade begann dann mit einer Anfrage. „Ein Schokoladenhersteller ist auf uns zugekommen. Er würde gerne seine Tafeln in Papier verpacken“, erinnert sich Alexander Rauer, Head of Business Development bei der Papiersparte FlexTech. „Wir haben gemeinsam die Entwicklung gestartet, wohlwissend, dass wir wahrscheinlich schon eine Lösung in petto haben. Zunächst fragte Koehler die technischen Anforderungen ab: Was muss das Papier können? Welchen Prozessen muss es standhalten, vom Druckprozess über den Verpackungsprozess bis hin zur Einlagerung? Welche Barrieren braucht es, zum Beispiel eine gegen Fett?

Konzeption

Innovation als Prozess: Bei Koehler entstehen neue Produkte nicht zufällig, sondern als Ergebnis einer strategischen Entscheidung.
Innovation als Prozess: Bei Koehler entstehen neue Produkte nicht zufällig, sondern als Ergebnis einer strategischen Entscheidung.

Recyclinglabor

Schon bei der Entwicklung neuer Barrierepapiere ist die spätere Recyclingfähigkeit ein wesentlicher Faktor.
Schon bei der Entwicklung neuer Barrierepapiere ist die spätere Recyclingfähigkeit ein wesentlicher Faktor.

Grundlagen im Labor

Nachdem die Anforderungen klar waren, wählte das Team die passenden Rohstoffe aus. Die sind entscheidend für die Beschichtung des Papiers und damit für die Barrierewirkung. „Unsere Entwicklungsstrategie beruht hauptsächlich auf drei Säulen“, erläutert Dr. Christian Kölmel, Bereichsleiter Technologie. „Zum einen qualifizieren und beziehen wir kommerzielle Rohstoffe. Zum anderen verfolgen wir mit ausgewählten Lieferanten partnerschaftliche Entwicklungen. Und schließlich treiben wir die Neuentwicklung innovativer Rohstoffe aktiv voran, etwa mit renommierten Hochschulen und Instituten.“

Wir haben unser Know-how überprüft und dann entschieden, flexible Verpackungspapiere als Wachstumsfeld auszubauen.

Aljoscha Föll, Leiter Innovationsmanagement

Im Labor wurde geprüft, ob die Rohstoffe die nötigen Anwendungseigenschaften erreichen, zum Beispiel Barrierefähigkeiten oder Siegelfähigkeit, um die Verpackung später sicher verschließen zu können. Im nächsten Schritt wurden die Rohstoffe so formuliert, dass sie den hohen Anforderungen an eine effiziente und sichere Papierproduktion genügen.

Laborstreichen

Rohstoffe müssen so formuliert sein, dass sie den hohen Anforderungen an eine effiziente und sichere Papierproduktion genügen.
Rohstoffe müssen so formuliert sein, dass sie den hohen Anforderungen an eine effiziente und sichere Papierproduktion genügen.

Analytik

Bevor ein neues Papier auf die Pilotanlage kommt, wird es im Labor umfangreich getestet.
Bevor ein neues Papier auf die Pilotanlage kommt, wird es im Labor umfangreich getestet.

Stunde der Wahrheit

Die Stunde der Wahrheit schlug dann mit dem Praxistest. Dafür nutzt Koehler eine einzigartige Pilotanlage. „Hier können wir sehr realistisch analysieren, wie sich unser Entwicklungskonzept später in der Produktion verhält“, erklärt Kölmel. „Außerdem sind wir damit in der Lage, Papier in Mengen, Größen und Qualitäten zu erzeugen, die Converter, Drucker oder Verpacker einsetzen können.“

Gleiches gilt auch für die Kreislauffähigkeit: Mit dem Papier von der Pilotmaschine kann Koehler prüfen, ob das Papier alle Anforderungen der Rezyklierbarkeit erfüllt. „So können wir bereits in einem frühen Stadium die Anforderungen der Wertschöpfungskette umfangreich testen“, erklärt Föll, „das spart später in der Produktion aufwändige Änderungsschleifen.“

Was uns auszeichnet: Wir haben die Möglichkeit, den Systemgedanken in der Entwicklung konsequent umzusetzen.

Dr. Christian Kölmel, Bereichleiter Technologie

Pilotierung

Dank der einzigartigen Pilotanlage können neue Papiere sehr realistisch getestet werden – vom Verhalten in der Produktion bis zur Recyclingfähigkeit.
Dank der einzigartigen Pilotanlage können neue Papiere sehr realistisch getestet werden – vom Verhalten in der Produktion bis zur Recyclingfähigkeit.

„Die Pilotierung hilft, alle Anforderungen wirklich zu begreifen und zu bedienen“, ergänzt Kölmel. „Dank ihr können wir den Systemgedanken in der Entwicklung konsequent verfolgen. Sie zeichnet unseren Prozess aus.“ Typisch für den Innovationsprozess bei Koehler ist auch das frühe Einbinden von potenziellen Verwendern. „Um ein neues Konzept zu validieren, braucht es jemanden, der den Weg mit uns geht“, erklärt Rauer, „jemanden, der im frühen Stadium bereit ist, das Material zu testen. Koehler arbeitet parallel am Scale-up, also an der Bestätigung der Prozessfähigkeit und an der Übertragung auf die große Anlage.“

Die Markeninhaber machen währenddessen Einlagerungsversuche und prüfen in ihrem Prozess, ob die Verpackung das Produkt über die gesamte Lieferkette ausreichend schützt. „Wenn alles funktioniert, kommen wir am Schluss zusammen und haben ein marktfähiges Produkt“, fasst Rauer zusammen. So wie bei Koehler NexPlus® Advanced und den vielen weiteren Barrierepapieren von Koehler, die mittlerweile aus dem Innovationssystem entstanden sind.

Portrait von Alexander Rauer

Um ein neues Konzept zu validieren, braucht es jemanden, der den Weg mit uns geht.

Alexander Rauer, Head of Business Development FlexTech

Innovation in a Nutshell

Systeminnovation bei Koehler

Systemgedanke und strategische Entscheidung: Innovationen entstehen bei Koehler keineswegs zufällig.

Systemgedanke und strategische Entscheidung: Innovationen entstehen bei Koehler keineswegs zufällig.

Wichtig: Potenzielle Verwender werden früh eingebunden, auch dank der einzigarti­gen Pilotanlage.

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